Kreis schreibt Konzept für Mobilitätssicherung und Gesundheitsversorgung aus

Lebendige Regionen Deutschland - Modellvorha­ben der Raumordnung (kurz: MORO) – hinter die­sem verheißungsvollen Titel verbirgt sich ein Akti­onsprogramm des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI). Dabei soll in aus­gewählten Modellregionen die praktische Erpro­bung und Umsetzung innovativer, raumordnerischer Handlungsansätze erfolgen sowie neue Instrumente an den Schnittstellen von Wissenschaft und Praxis erprobt werden.

Seit Juli 2016 gehört auch der Barnim zu den geförderten „Lebendigen Regionen“. Betreut vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) und ausgestattet mit einem Fördervolumen von 200.000 EUR werden bis Mitte 2018 drei Teilprojekte unter der Über­schrift „Nachhaltiger Barnim“ bearbeitet.

Ganz aktuell schreibt der Kreis im Rahmen der MORO-Förderung ein Konzept für die Mobilitätssicherung und Gesundheitsversorgung im Landkreis Barnim aus. Hintergrund ist ein hoher Bedarf an Mobilität, um die Erreichbarkeit medizinischer Versorgung in schrumpfenden Regionen sicherzustellen. Mobilitätsangebote lindern Defizite fehlender ambulanter Versorgung und verbessern die Erreichbarkeit der Krankenhäuser.Der ÖPNV kann so die Erreichbarkeit der medizinischen Versorgung verbessern. „Es liegt daher auf der Hand zu prüfen, inwieweit die Gesundheitswirtschaft als Nutznießer daher an der Finanzierung solcher Mobilitätsangebote beteiligt werden könnte bzw. sollte“, heißt es im Ausschreibungstext. Im Ergebnis dieser Untersuchung, die im Oktober 2017 startet, sollen neue Mobilitätsangebote zur Sicherung der Erreichbarkeit der medizinischen Versorgung, mitfinanziert durch das Finanzierungssystem der Gesundheitsversorgung, stehen. Wie das genau aussehen kann, soll im Juni 2018 vorgestellt werden.

Die Ausschreibung ist auf www.barnim.de und auf dem Vergabemarktplatz Brandenburg veröffentlicht. Bis zum 20. Juli 12:00 Uhr können Bewerbungen beim Landkreis Barnim eingereicht werden.


Nachhaltiger Barnim: drei Teilprojekte

Im Teilprojekt (I) wird es innerhalb der nächsten zwei Jahre zunächst um die Erarbeitung einer integ­rierenden, an dem Prinzip der Nachhaltigkeit ausge­richteten Entwicklungsstrategie gehen. Diese soll als übergeordnete Handlungs- bzw. Bewertungsgrund­lage für die verschiedenen Leistungsbereiche des Landkreises zur Verfügung stehen.

Das Teilprojekt (II) widmet sich unterdessen ver­schiedenen Aspekten der Mobilität. Das vorrangige Ziel ist die Untersuchung von Verknüpfungsmöglich­keiten der Gesundheitswirtschaft mit dem Öffentli­chen Personennahverkehr zur Sicherstellung einer angemessenen Versorgung mit Gesundheitsleis­tungen zum einen sowie einer angemessenen Ver­sorgung mit Beförderungsangeboten innerhalb des ÖPNV zum anderen.

Das Teilprojekt (III) steht unter dem Motto „Unsere Energie für die Region“ und vereint neben einer ex­tern durchgeführten Akzeptanz- und Partizipations­untersuchung verschiedene Maßnahmen zur Akzep­tanzsteigerung im Themenkomplex der erneuerbaren Energien. Unter der Teilprojektleitung der BEG ist der Fokus vor allem auf die aktive Mitwirkung der Be­völkerung an der regionalen Energiewende gerichtet. Geplant sind Maßnahmen zur gezielten Aufklärung, Motivation und Bürgerpartizipation, um den Umgang mit fossilen Energieträgern und den Zugang zu er­neuerbaren Energieressourcen bewusst und nach­haltig zu gestalten. Der angestrebte Energiedialog zwischen Verwaltung, Politik und der Bevölkerung im Prozess der Energiewende ist dabei beispielhaft und innovativ und steht im engen Zusammenhang mit der Gründung der Kreiswerke Barnim.

Erste Ergebnisse liegen bereits vor. So konnte im Februar 2017 eine Akzeptanz- und Partizipationsstudie abgeschlossen werden, die im Ergebnis ein positives Bild von der Barnimer Energiewende widerspiegelt. Ein Großteil der Befragten, darunter BürgerInnen, Bürgermeister und UnternehmerInnen, befürworten und unterstützen die Barnimer Energiestrategie.

ERNEUER:BAR